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Ratgeber 12. März 2026 5 min

Solaranlage im Winter: Wie effizient sind Panels bei Schnee und Kälte?

Viele Hausbesitzer fragen sich, ob sich eine Solaranlage in der Schweiz auch im Winter lohnt. Die Antwort überrascht: Moderne Photovoltaikanlagen produzieren auch bei Schnee und Kälte zuverlässig Strom – und der neue Winterstrombonus 2026 macht sie noch attraktiver.

Solaranlage im Winter: Wie effizient sind Panels bei Schnee und Kälte?

Solaranlagen im Winter: Was wirklich zählt

Viele denken, Solaranlagen seien im Winter nutzlos. Das Gegenteil ist wahr: Kalte Temperaturen verbessern die Effizienz von Solarmodulen. Photovoltaikzellen arbeiten bei niedrigen Temperaturen physikalisch effizienter als bei Hitze – der sogenannte Temperaturkoeffizient wirkt positiv.

Im Schweizer Winter produziert eine gut ausgerichtete Anlage typischerweise 10–20% ihrer Jahresproduktion. Bei einem 8-kWp-System sind das noch immer 800–1'600 kWh im Winter.

Winteranteil

10–20%

Effizienz bei Kälte

+5%

Dezember/Januar

200–400 kWh

Schneeabrutschen

ab 35°

Schnee auf den Modulen: Problem oder Kleinigkeit?

Schnee auf den Modulen reduziert kurzfristig die Produktion. Doch die Praxis zeigt: Bei einer Neigung von mehr als 35° rutscht Schnee in der Regel innerhalb von 1–3 Sonnentagen von selbst ab. Zudem heizt die schwarze Moduloberfläche auf und schmilzt die Schneedecke.

Für Flachdächer empfehlen wir eine Aufständerung mit mindestens 15–20° Neigung, um Schneeakkumulation zu minimieren und gleichzeitig die Winterproduktion zu maximieren.

  • Neigung ab 35°: Schnee rutscht selbst ab
  • Schwarze Oberfläche schmilzt Schnee aktiv
  • Flachdächer: Aufständerung mit 15–20° empfohlen
  • Neue bifaziale Module nutzen Schnee-Reflexion

Der Winterstrombonus 2026: Neue Förderung für steile Anlagen

Ab 2026 belohnt der Bund Solaranlagen mit steilerer Neigung (ab 60°) und guter Winterproduktion mit einem Winterstrombonus. Anlagen an Südfassaden oder steilen Dächern erhalten bis zu 20% mehr Förderung, weil sie im Winter proportional mehr produzieren.

Dieser Bonus ist besonders relevant für Berggebiete in der Schweiz, wo der Winter länger dauert und die Schneereflexion die Produktion zusätzlich steigert.

Steile Anlagen ab 60° Neigung erhalten 2026 einen Winterstrombonus von bis zu 20% mehr EIV.

Jahresproduktion in der Schweiz: Sommer vs. Winter

Ein typisches 8-kWp-System in Zürich produziert im Juni ca. 900 kWh, im Dezember ca. 180 kWh. Das Verhältnis ist 5:1, aber auch der Dezember-Beitrag macht einen Unterschied – jede eingesparte kWh bedeutet weniger Strom vom Netz zu 28–34 Rp./kWh.

  • Juni (Zürich): ~900 kWh
  • Dezember (Zürich): ~180 kWh
  • Tessin Dezember: bis 280 kWh
  • Graubünden (Höhe): bis 320 kWh dank Schneereflexion

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FAQ

Produziert meine Solaranlage im Winter überhaupt Strom?+

Ja, definitiv. Auch im Schweizer Winter produziert eine gut ausgerichtete Anlage 10–20% ihrer Jahresproduktion. Kalte Temperaturen verbessern sogar die Effizienz der Zellen.

Muss ich Schnee von meinen Solarmodulen entfernen?+

In der Regel nicht. Bei einer Neigung über 35° rutscht Schnee selbst innerhalb von 1–3 sonnigen Tagen ab. Die schwarze Moduloberfläche hilft dabei, Schnee aktiv zu schmelzen.

Was ist der Winterstrombonus 2026?+

Der Bund belohnt ab 2026 Anlagen mit steiler Neigung (ab 60°) mit einem Zusatzbonus auf die EIV. Diese Anlagen produzieren im Winter proportional mehr Strom und erhalten bis zu 20% mehr Förderung.

Lohnt sich Solar auch in einem schneereich Kanton wie Graubünden?+

Ja, sogar besonders gut. Schnee reflektiert Sonnenlicht auf die Module (Albedo-Effekt) und steigert den Ertrag. Graubündner Anlagen produzieren im Winter oft mehr als Mittellandsanlagen.